Aus aktuellem Anlass möchte ich hier wieder einen Status zu unserem laufenden Transformations-Projekt geben. Kurz gesagt: ES FUNKTIONIERT !!!

Letzte Woche erreichte uns eine fast überschwengliche Mail des Auftraggebers. Er war tags zuvor bei einem Sprint-Review dabei gewesen und war schier begeistert. Hier ein Zitat in Auszügen: „…will noch kurz mit Euch mein heutiges Erlebnis bei der Projektpräsentation der B-Schicht teilen. Gänsepelle! Eine ganz, ganz starke Vorstellung des Teams! Habe Ihnen das auch so vor versammelter Mannschaft zurückgespielt…… Wenn ich das so sagen darf, ich war geflasht!“

Glauben Sie mir, das Zitat entspricht zu 100 % dem Original. Aber was war denn passiert, um den eher nüchternen Betriebsleiter zu solchen Aussagen zu animieren?

Das Team hatte sich ein sehr komplexes Thema ausgesucht. Der Mentor / Scrum Master verriet mir in den Einzelcoachings, dass er selbst überrascht war, welche Tragweite und Komplexität diese Thematik hatte. Er berichtete mir von Rückschlägen und der Tatsache, dass das Team dennoch den Ehrgeiz hat, die „große Show“ bei der nahenden Ergebnispräsentation abzuziehen.

Ich erinnere mich daran, wie ich ihm riet, sich selber nicht zu sehr unter Druck zu setzen. „Präsentiert einfach die Ergebnisse, die ihr erreicht habt und wenn es noch offene Punkte gibt, nehmt sie mit in den nächsten Sprint“, sagte ich ihm.

Zu erwähnen sei hier, dass dieser Mentor während der ersten Workshops Ende 2017 / Anfang 2018 immer zu den kritischsten Kollegen gehörte. Nicht, weil er nicht wollte oder er keine Verbesserungsideen hatte, sondern schlichtweg, weil er Widerstände bei seinem Kollegen in der Schicht vermutete. „Klingt ja alles toll, aber wir haben doch schon viel versucht und nichts wirklich zu Ende gebracht“, ist ein Zitat, was mir sinngemäß im Kopf hängen geblieben ist.

Und jetzt liefert dieses Team und der verantwortliche Betriebsleiter ist aufgrund der Art der Präsentation und der Ergebnisse aus dem Häuschen. Mehr noch, die Teams bekommen von ihm ein ehrliches unmittelbares Feedback von „ganz-oben“. Nicht mehr Geld oder eine Erfolgsprämie, nein einfach Lob und Anerkennung.

Diese Woche fand in dem Betrieb eine planmäßige Betriebsversammlung statt. Der Betriebsleiter machte das Thema hier zu seinem Thema Nummer 1 und stellte die erreichten Erfolge stolz der anwesenden Belegschaft vor. Wir können aktuell nur ahnen, welchen Motivationsschub das für die Teams gebracht hat, aber wir wissen, dass sich das Mindset in den letzten Monaten sehr verändert hat. Nein, die Kollegen sind nicht zu 100 % agil, aber sie haben erfolgreich erlebt, dass sie durch Veränderung gemeinsam viel erreichen können.
Beschwingt durch diese (erlebbaren) Veränderungen greift der agile Virus jetzt weiter um sich. Valentin und ich werden ab Januar 2019 jetzt auch die Techniker-Teams agil workshoppen und coachen.

Deren Führungskräfte standen der Agilität zum Anfang sehr abweisend gegenüber. Bedingt durch die Bewegung in der Produktion und den Positiv-Effekten, wurden sie erst neugierig, dann etwas neidisch und jetzt kam der Impuls: „Wir wollen das auch haben“.

Ich möchte ehrlich sagen, dass ich zum Start der Transformation Ende 2017 niemals damit gerechnet hätte, hier so eine Erfolgsgeschichte erzählen zu können. Aber umso besser, dass es jetzt so ist 🙂